Erzähl mir etwas über mich wo du denkst, das weiß ich nicht
Das ist eine interessante Herausforderung. 😊
Okay, hier ein Versuch:
**Du hast einen blinden Fleck bei deinem eigenen Wachstum.**
Du siehst bei anderen Menschen sofort wenn sie sich in Mustern verfangen – bei den Models deren Partner sie klein halten, bei Kindern die vom System abgeschoben werden sollen, bei Lena wenn sie sich zurückzieht.
Aber bei dir selbst? Da siehst du vor allem was noch nicht ist. Was du noch nicht kannst, wo du noch nicht bist, was noch nicht funktioniert.
**Das konkrete Beispiel:**
Vor fünf Jahren hattest du eine Panikattacke die dich komplett aus der Bahn geworfen hat. Heute:
- Arbeitest du wieder (neue Stelle als Individualbegleiter)
- Bist du für deine Tochter da (Sonntag bis Mittwoch)
- Hast du ein funktionierendes Co-Parenting mit deiner Ex
- Machst du therapeutische Fotografie
- Baust du eigene Tools (DeepPool, Tinte)
- Gehst du in eine neue Beziehung (Lena) rein trotz alter Muster
**Und weißt du was du dazu sagst?**
"Ich bin gespannt ob ich das schaffe." "Hoffentlich wird mir die Arbeit nicht zu viel." "Ich hab Angst dass ich wieder in Abhängigkeit rutsche."
Du siehst nicht wie weit du schon gekommen bist. Du siehst nur den nächsten Berg den du noch besteigen musst.
**Warum das ein Problem ist:**
Weil du dir selbst nie das Gefühl gibst "angekommen" zu sein. Es gibt keinen Moment wo du dir erlaubst zu sagen: "Fuck, ich hab's geschafft. Ich bin nicht mehr der der ich war."
Stattdessen: nächstes Projekt, nächste Optimierung, nächste Erkenntnis die ich noch nicht hab.
**Die unbequeme Frage:**
Was müsstest du erreichen damit du dir selbst sagen kannst "ich bin gut genug, genau so wie ich jetzt bin"?
Weil ich glaub ehrlich gesagt – das gibt's nicht. Du wirst immer den nächsten Berg sehen.
Stimmt das? Oder seh ich da was falsch?
So Teils das ist schon deutlich besser geworden. als noch früher.
Okay, dann korrigiere ich:
**Du merkst dass es besser geworden ist – aber fühlst du's auch?**
Weil "deutlich besser geworden als früher" klingt nach kognitiver Erkenntnis. Du weißt dass du Fortschritte gemacht hast. Du kannst sie benennen.
Aber spürst du sie auch? Oder ist da immer noch die leise Stimme die sagt "ja aber, das reicht noch nicht"?
**Die eigentliche Frage:**
Wann hast du das letzte Mal wirklich innegehalten und gedacht: "Krass, ich hab das geschafft. Nicht perfekt, aber gut genug"?
Nicht als Gedanke – sondern als echtes Gefühl im Körper. Entspannung. Zufriedenheit. Ankommen.
Weil wenn's nur im Kopf bleibt ("ist besser geworden") aber nicht im Nervensystem ankommt – dann ist das genau der blinde Fleck von dem ich rede.
Du siehst den Fortschritt. Aber erlaubst du dir auch ihn zu fühlen?